Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Der Pay-TV-Sender Fox hat mit der Ausstrahlung der letzten Staffel der Serie "Mad Men" begonnen. Die Geschichte des Werbetexters Don Draper und seiner New Yorker Agentur kam vor einer halben Ewigkeit ins Fernsehen. Am Anfang wirkte alles faszinierend neu: die skandinavischen Designermöbel, die abstrakten Gemälde an den Wänden, die Trinkgewohnheiten der Kreativen. Der Retroalltag war exotisch - befremdlich und faszinierend zugleich.

Die Zeit ist vorangeschritten: Kennedy ist längst tot, die Hippies ersetzten die strengen Sakkos durch bunte Säcke. Nur in Drapers Büro auf der Mad Avenue steht die Zeit still. Nach wie vor gießt er seine Beziehungsunfähigkeit bereits am Vormittag mit einem Martini. Und auch die Hoffnungsträgerin der Serie, Peggy Olson, hat den Zug verpasst: In der Ära des radikalen Feminismus angesiedelt, wirkt Peggys Warten auf den richtigen Mann deplatziert. Mad Men startete edgy und endet old school.


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