Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Pop

Shampoo Boy: Crack

Das Wiener Trio Peter Rehberg (Elektronik), Christina Nemec (Bass) und Christian Schachinger (Gitarre) veröffentlicht zwei Jahre nach seinem Debüt "Licht" sein zweites Album mit subtiler Noisemusik, die die Schönheit des Lärms feiert. Die Akteure sind in einem Alter, in dem sie nicht mehr den vollen Lautstärkepegel und das ganze Frequenzspektrum ausnutzen müssen, um die Gefährlichkeit ihres Sounds zu demonstrieren. Stetes Brodeln und unterschwellige Unheimlichkeit sind mehr das Ihre. (Blackest Ever Black) SF

Jazz

Month Of Sundays: Month Of Sundays

Das Label legt nahe, das Debüt dieses österreichischen Quartetts nicht als Jazz zu klassifizieren, sondern das Genre Postrock zu strapazieren. Allerdings: Zwei aus der Band blasen wo rein (Trompete, Saxofon), Gitarrist und Drummer agieren mit chirurgischer Präzision und nach langen Spannungsbögen sucht man vergebens. Fast schon perfide innerhalb einer knappen halben Stunde ausbalanciert, ist an dieser in sich ruhenden Musik, die sich in der Mitte einen abstrakten Bruch erlaubt, kein Schwachpunkt auszumachen. (Wire Globe) DMK

Klassik

Johanna Martzy: Dvořák, Brahms, u.a.

Die Karriere der ungarischen Geigerin Johanna Martzy währte kurz und die wenigen Aufnahmen, die sie hinterließ, sind rare Sammlerstücke. 1953 nahm sie in Berlin ein Konzert mit Dvořáks Violinkonzert auf, danach kehrte sie mit ihrem Klavierpartner Jean Antonietti öfters dorthin zurück. Bei diesen Gelegenheiten besuchten die beiden auch immer wieder das Aufnahmestudio. Alle heute noch existierenden Einspielungen sind auf der CD zu hören, von Bach, Händel und Brahms bis hin zu Ravel und de Falla. (audite) MDA


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