Der grimmige Aufklärer

Mit dem Nobelpreisträger Günter Grass verliert die Literatur einen Meister des politischen Engagements

Feuilleton | Nachruf: Sigrid Löffler | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Der Satz von Jean-Paul Sartre, "Der Intellektuelle ist jemand, der sich um Dinge kümmert, die ihn nichts angehen", klingt wie auf Günter Grass gemünzt. Seine ganze Laufbahn hindurch war der Sohn eines Danziger Kolonialwarenhändlers nicht nur eine Doppelbegabung als Wort- und Bildkünstler, als Schriftsteller und als Bildhauer, Maler und Grafiker; er war zugleich auch mehr als ein halbes Jahrhundert lang ein politisch ambitionierter Intellektueller, der sich permanent einmischte. Und wer sich politisch engagiert und äußert, macht sich auch angreifbar und muss mit Anfeindungen rechnen.

Von seinem Debütroman "Die Blechtrommel" (1959) an reflektieren die Themen der Romane und Erzählungen von Grass die deutsche Zeitgeschichte und deren jeweils politisch aktuelle Debatten - vom "Dritten Reich" über die Adenauer-Zeit und den Aufstieg der Sozialdemokratie unter Willy Brandt bis zur Wende von 89.

Die "Danziger Trilogie", zu der neben der "Blechtrommel" auch "Katz und Maus" und "Hundejahre"


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