Der Wettautomat

Stadtleben | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Ein Automat für Sportwetten unterscheidet sich auf den ersten Blick nur wenig von einem Glücksspielautomaten. Beides sind bunte, mannshohe Terminals mit Touchscreens und Geldschlitz. Am Bildschirm des Wettautomaten können sich Spieler durch Sportarten, Ligen und Länder scrollen und im "Live"-Menü die gerade laufenden Partien verfolgen. Oft gibt es einen zweiten Bildschirm, auf dem man weitere Spiele sehen oder Statistiken studieren kann. Eine Wette kostet zwischen einem und mehreren tausend Euro.

In Wien kann man in über 130 Wettcafès und in vielen Sportbars wetten, die Automaten angemietet haben. Auch in Internet-Cafès oder Kebapläden stehen oft einzelne Geräte.

Die Wettautomaten im Wettpunkt am Quellenplatz bieten neben Fußballspielen bis in Amateurligen auch weitestgehend unbekannte Sportarten an. Wie zum Beispiel Bandy, ein altes Stockballspiel, das mit Fußball und Eishockey verwandt ist und vor allem in Skandinavien und Russland gespielt wird.

Spieler wetten hier auf Aussie Rules, eine australische Mischung aus Fußball und Rugby, oder darauf, ob bei der nächsten Ausgabe der TV-Show "Schlag den Raab" Stefan Raab oder der noch unbekannte Herausforderer gewinnt.

Das Wetten auf aufgezeichnete oder virtuelle Spiele und Rennen hingegen gilt nach der höchstgerichtlichen Entscheidung von 2008 als Glücksspiel und ist damit in Wettcafes illegal - das Setzen auf gespeicherte und zufällig abgespielte englische Hunderennen ist in Österreich somit verboten. Drei Viertel der Wetten werden hierzulande aber ohnehin immer noch auf Fußballspiele abgegeben.


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