Die Glosse vom Falter

Punkterl

Falter & Meinung | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Dialektkundige Österreicher sagen heimatbewussten Oststeirern nach, sie würden nicht sprechen, sondern bellen. Wobei man wissen muss, dass "bellen" auf Oststeirisch "böllen" ausgesprochen wird; die Zunge muss fürs Doppel-L weit in den Rachen zurückgreifen.

Nicht nur das "Böllen", auch das Böllern ist Teil der oststeirischen DNA. So verlangt es die Tradition etwa, Braut und Bräutigam zum Ehrengeleit ins Eheleben Böllerkracher um die Ohren zu hauen, die Trommelfell wie Brustkorb selbst in sicherer Entfernung vibrieren lassen.

Im oststeirischen Bezirk Weiz haben zwei junge Männer ein schrottreifes Auto gekauft, um darin einen Böller zu zünden. Sie entfernten sich sicherheitshalber 30 Meter. Die Teile flogen 50 Meter weit, das Wrack fing Feuer. Die Burschen kuppelten es an ihr fahrtaugliches Auto an, um das Wrack mit dem Fahrtwind zu löschen. Dabei loderten die Flammen bedrohlich hoch auf.

Auch für diesen Menschenschlag hat der oststeirische Volksmund einen Begriff parat: Man nennt solche Leute "feste Bölli".


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