Erben oder nicht erben, das ist hier die Frage

Julia Friedrichs beschreibt, warum Deutschland - wie Österreich - eine Erbengesellschaft bevorsteht und was Erben aus Menschen macht

Politik | Rezension: Julia Kospach | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Jahr für Jahr werden in der nächsten Dekade in Deutschland rund 250 Milliarden Euro vererbt werden. Es ist, wie die Journalistin Julia Friedrichs in ihrem Buch "Wir Erben" gleich eingangs schreibt, "ein Vermögenstransfer, wie er noch nicht stattgefunden hat". Denn die Eltern der heute 35-bis 45-Jährigen treten an, ihren Besitz weiterzugeben. Diese Eltern sind längst im Pensionsalter.

Ihr Vermögen haben sie sich in den boomenden Wirtschaftswunderjahren nach dem Zweiten Weltkrieg durch Fleiß, Sparsamkeit und günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen erarbeitet. Jetzt geben sie ihr Hab und Gut an die nächste Generation weiter: 2,5 Billionen Euro in einem Jahrzehnt, "über ein Drittel des Nettovermögens aller Privathaushalte" in Deutschland.

Das Leben dieser Erben und wie das Geld darauf Einfluss nimmt, ist das Thema von Friedrichs' Buch. Ausgangspunkt für ihre Recherchen waren Beobachtungen im eigenen Berliner Freundeskreis. Von einer lange Zeit homogenen Peergroup, deren Mitglieder


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