Kunst Kritik

Ortsgebundene Enthüllungen im Museum

Lexikon | NS | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Die Kamera vor dem Gesicht sieht aus wie ein schwarzes Loch: Das Cover der Autobiografie von David Lieske gibt vom Aussehen des Künstlers so gut wie nichts preis. Dafür kann die von Popliterat Ingo Niermann aufgezeichnete Lebensgeschichte Lieskes auf 286 Seiten in Englisch nachgelesen werden - allerdings nur vor Ort. Der 35-jährige Berliner zieht sich quasi aus, aber nur für Geduldige, die einmal einen Tag lesend im Museum verbringen wollen. Bekenntnisse und Selbstmystifizierung, solche Strategien funktionieren in der Kunst von jeher gut. Bleibt nur noch das eigenartige Military-Setting, das hier aufgeboten wird. Was haben die Netze mit Camouflagedruck, die Patronenhülsen und Helme mit der Bio des ehemaligen Labelbetreibers und DJs zu tun? Laut Lieske soll die Installation "Tarnung "bieten - etwas viel Tamtam um Leseecke.

Mumok, bis 14.6.


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