Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 17/15 vom 22.04.2015

Pop

Lonelady: Hinterland

Nach ihrem Debüt "Nerve Up", das sich erfolgreich am Postpunk aus der Zeit des Kalten Krieges abarbeitete, legt die englische Sängerin und Musikerin Julie Ann Campbell alias Lonelady ihr zweites Album vor. Songtitel wie "Into the Cave","Bunkerpop" oder "Flee!" lassen auch gleich wieder gute Laune aufkommen. Die Musik jedoch überrascht. Die einsame Dame aus Manchester hat den Funk für sich entdeckt und beschert der Welt ein Album mit einer dystopischen Version des Prince-Sounds. Ziemlich lässig. (Warp) SF

Pop

Calexico: Edge of the Sun

Wie kaum jemand vermag die Americana-Mariachi-Indie-Band aus Tucson, Arizona, Melancholie und Lebensfreude zu verbinden; die Wiedererkennbarkeit ist hoch. Bei aller Schönheit birgt das auf Dauer allerdings die Gefahr der leichten Fadesse in sich. Calexico beugen dem durch kleine Änderungen im System vor. So ist das neue Album mit einer Reihe an Gästen in Mexiko-Stadt entstanden. Im Detail bringen sie neue klangliche Färbungen ein, wobei Calexico aber natürlich auch diesmal unverkennbar Calexico bleiben. (City Slang) GS

Jazz

Christoph Pepe Auer: Songs I Like

Das Album könnte auch "Sounds I Like" heißen, werden darauf doch rund 20 Klangquellen variationsreich kombiniert. Das Grundgerüst bilden meist gesampelte Klarinettensounds und Electronics, die mit analogen Instrumenten vernetzt werden. Heraus kommen gefinkelte Hybride zwischen Jazz, Pop, Weltmusik und Elektronik; bei allem Ideenreichtum wirkt die Musik nie überladen. Einmal singt Eva Klampfer, Schubert bekommt einen Credit, und ein Nirvana-Song ist unvermerkt auch dabei. (Session Work) DMK


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige