Berlusconi-Dämmerung oder das schwarze Herz von Rom

Ein Mafia-Krimi beschreibt die Verschränkung zwischen Korruption und Kriminalität in Rom besser als jedes Sachbuch

Politik | Rezension: Franz Kössler | aus FALTER 17/15 vom 22.04.2015

Seit Weihnachten hat die Gemeinde Rom einen Stadtrat für Legalität. So sehr hatten Misswirtschaft und kriminelle Machenschaften in der Stadtverwaltung überhandgenommen, dass der linke Bürgermeister einen unbestechlichen Anti-Mafia-Staatsanwalt aus Sizilien auf den Kapitolshügel berufen musste, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Von seinem Schreibtisch im Senatorenpalast hat Alfonso Sabella einen ungetrübten Blick auf die antiken Ruinen der Kaiserforen und auf das Geflecht von Korruption und Kriminalität, das Rom heute zu ersticken droht.

"Die Beamten sind noch korrupter als die Politiker", sagte er der Tageszeitung La Stampa, "von über zehntausend Aufträgen, die die Gemeinde vergeben hat, sind nur ein paar Dutzend vorschriftsgemäß ausgeschrieben worden." Alle anderen wurden zu Notmaßnahmen erklärt und an Firmen vergeben, die oft von der Mafia kontrolliert wurden.

Anfang Dezember hat die Anti-Mafia-Einheit der Carabinieri in einer spektakulären Operation 37 Personen


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