Wie gedruckt

Pressekolumne

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 17/15 vom 22.04.2015

Peter Pilz hat keine Schlagzeile. In der Wochenendausgabe des Standard war dort, wo normalerweise in fetten Lettern der Titel steht, einfach Weißraum. Oder besser gesagt Lachsfarbraum. Da spricht Pilz über den Hypo-Untersuchungsausschuss und darüber, wieso er sich über Nationalratspräsidentin Doris Bures ärgert. Dem Standard ist das nicht einmal einen Titel wert. Der wurde einfach vergessen.

So ein Patzer hat etwas ungemein Sympathisches. Da merkt man, dass alle in der Medienwelt unter demselben Mysterium leiden: Da lesen zehn Augenpaare über eine Seite, finden die klitzekleinsten Fehlerchen - nur der kapitale Bock, der geschossen wurde, der fällt erst auf, wenn das Blatt aus der Druckerei kommt. Schade, denn der Titel des Pilz-Interviews wäre wirklich schön gewesen, wie auf derstandard.at nachzulesen ist. Dort steht nämlich: "Pilz: ,Ich will keine Präsidentin in Schwimmflügerln'". Das hat doch was!


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