"Ein absolut schrecklicher Todesfall"

Die versprochene Reform im Maßnahmenvollzug funktioniert nicht. Im Psychiatriegefängnis Göllersdorf ist ein Häftling vor Kameras verreckt

Politik | Bericht: Florian Klenk | aus FALTER 17/15 vom 22.04.2015

Richard G. s Tod war den Zeitungen nur ein paar Zeilen wert. In der Justizanstalt Göllersdorf, der Anstalt für "geistig abnorme Rechtsbrecher", sei ein schizophrener Patient unerwartet "eines natürlichen Todes" gestorben. Er habe "unkontrolliert viel gegessen", und nachdem er mehrmals erbrochen habe, sei er in der Akutstation entschlafen.

"Ein Fremdverschulden als auch eine Dienstpflichtverletzung können ausgeschlossen werden", schrieb Karin Gruber, die Leiterin des Psychiatriegefängnisses schon am Tag nach dem Todesfall an das Justizministerium. Ärzte und die Justizwache hätten alles richtig gemacht. Das war Angang Februar. Der Leichnam des Insassen war da noch nicht einmal obduziert.

Es ist sehr fraglich, ob diese Version hält. Denn Justizminister Wolfgang Brandstetter spricht gegenüber dem Falter bereits von einem "absolut schrecklichen Todesfall".

Richard G., 47, warnte mehrmals, dass er sterben werde. Kurz darauf starb er - in einer Isolationszelle. Der unter massive Kritik geratene


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