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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 17/15 vom 22.04.2015

Der Musiker Hubert von Goisern bekommt einen Ausschlag, wenn er den Namen Andreas Gabalier hört. "Das spürt man einfach, dass da etwas ist, was einen abbeutelt", sagte Goisern in einem Standard-Interview. Der Wiener Musiker Ernst Molden sagte unlängst im Falter: "Der Gabalier ist die Antwort auf den Islamismus." Und wenn ein Kolumnist wieder einmal das Hipwerden der Schollenromantik entdeckt, fällt ihm garantiert ein Beweis dafür ein - der Volks-Rock-'n'-Roller.

Man könnte auch sagen: Die Kulturnation hat einen Watschenmann. Jeder, der schnell etwas über Rechtspopulismus, Heimattümelei und Antifeminismus loswerden will, darf im Vorübergehen mal hinhauen. Wer die Lederhose dögelt, dem ist der Applaus im eigenen Lager sicher. Patsch, Klatsch.

Ähnlich wie bei Jörg Haider in den 90er-Jahren bekommt das Gabalier-Bashing die Züge eines Brauchtums. Die Kunstfigur des Dirndlrockers wird authentisch - als identitätsstiftendes Feindbild. Gabalier-Platteln ist was fürs Gemüt, linke Politfolklore.


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