Gelesen Bücher, kurz besprochen

Ist ökologisch schön?

Politik | KARIN CHLADEK | aus FALTER 17/15 vom 22.04.2015

Die Welt wird zwar zunehmend "ökologischer", aber auch technischer. Hans-Martin Schönherr-Mann bezweifelt, dass so etwas wie eine "ursprüngliche Natur" überhaupt Platz für die menschliche Lebensweise bieten würde. Das ist sicher richtig. Richtig ist auch, dass umweltfreundliche Technik, etwa IT, unsere Welt zunehmend "ökologischer" macht. Dass Umweltfreundlichkeit wenig mit Ästhetik zu tun hat, ist sicher auch richtig. Wobei man sagen muss: Schönheit liegt bekanntlich immer im Auge des Betrachters. Schönherr-Mann nennt einige wichtige Punkte der aktuellen Konstruktion von "Natur" und "Ökologie", spricht aber letztendlich "nur" Philosophen an. Der Grund liegt in der hermetischen Sprache. Es scheint schwer vorstellbar, dass politisch tätige Menschen, aber viel mehr noch Wirtschaftstreibende - Protagonisten der "Green Economy" - oder Biologen sein Buch lesen und verstehen würden. Dazu ist es zu theoretisch. Schade.

Hans-Martin Schönherr-Mann: Untergangsprophet und Lebenskünstlerin. Matthes & Seitz, 189 S., € 15,50


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