Beisl Der steirische Gourmet

Der Vergänglichkeit trotzen

Steiermark | Brauhauskritik: Günter Eichberger | aus FALTER 17/15 vom 22.04.2015

Gibt es die Gösser schon länger als Graz? Nämlich mindestens ewig? Es will uns so scheinen. Schon an der Hand von Mutter wurden wir hier hereingeführt. In späteren Jahren mieden wir die Lokalität eher.

Mittlerweile gehört sie zum Gastro-Imperium Grossauer. An Novitäten gibt es einen Almoburger und eine Gösser-Pizza, einen Rahmfleck (€ 7,90), der dem elsässischen Flammkuchen entspricht. Er ließe sich durchaus goutieren, wenn nicht Vor-und Hauptspeisen auf einmal serviert würden. Ein Missverständnis, mit dem wir bis dato wirklich noch nie konfrontiert waren. Sage also noch einer, in der Gösser gäbe es keine Überraschungen.

Also sind wir gezwungen, die Wilden Erdäpfel mit zweierlei Saucen (€ 3,60) zu Gulasch ( € 8,30) und Forelle ( € 15,90) zu essen. (Wild ist an ihnen, dass sie in der Schale stecken.) Der Gulaschsaft ist dick, dunkel und ordinär. Das deftig gepfefferte Bachforellenfilet ist perfekt gegrillt; wäre das Gemüse nicht in Öl getränkt, käme noch mehr Freude auf. Ja, in der Gösser gibt es Bier einer bestimmten Marke. Aber auch Weißburgunder von Hack-Gebell (das Glas €3,40) und histaminfreien Verjus.

Resümee Am Charakter des Brauhauses hat sich nicht viel geändert. Was es seit Ewigkeiten gibt, stemmt sich gegen Reformen. Das freut ein Publikum, das mit dem Lokal der Vergänglichkeit trotzt.

Gösser Bräu,

Neutorgasse 48,8010 Graz, Tel. 0316/82 99 09-0, Mo-So 10-23 Uhr


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