Der zündelnde Ex-Benzinbruder

Kabarettist Roland Düringer bekommt eine Talkshow auf Puls 4. Er will damit ein gesellschaftliches Feuer entfachen. Ob das gutgeht?

Medien | Porträt: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 17/15 vom 22.04.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Der 21. Dezember 2012, ein Datum für die Geschichtsbücher. Der Kalender der Maya endet an diesem Tag. Auf der ganzen Welt haben sich Abergläubige für den Untergang der Welt gerüstet. Schließlich passiert das für sie Unerwartete, nämlich nichts. Am nächsten Tag strahlt die Wintersonne und Roland Düringer richtet zu Hause die Kamera zurecht. Die „möglicherweise kosmische Veränderung“, auf die so mancher gehofft habe, sei nicht passiert, sagt der Kabarettist ironisch in die Kamera. „Was heißt das jetzt? Das heißt für mich nichts anderes, als dass ich’s wohl selbst in die Hand nehmen muss und ich ab jetzt die Veränderung sein werde.“

Es ist der Beginn eines Selbstversuchs. Er will aus „den Systemen“ aussteigen. Weniger Technik, mehr Lebensqualität. Ein nachhaltiges, gutes Leben führen. In der Hand hält er einen Zettel. Seine Neujahrsvorsätze für 2013, eine Liste des Verzichts. Auto, Supermärkte, Handy, Fernseher, Radio, Zeitung stehen darauf – ohne all das will er künftig leben. Weil ihm diese Dinge als Bub in der Favoritner 45-Quadratmeter-Wohnung, Klo am Gang, auch nicht abgegangen sind. Weil er als Erwachsener, am Tag eins nach dem gescheiterten Weltuntergang, noch immer das Gefühl hat, Zeit zu verlieren. Weil die Technik uns nicht mehr diene, sondern beherrsche. Den Selbstversuch dokumentiert Düringer auf einem Videoblog. Er nennt ihn „Gültige Stimme“.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige