Theater Kritiken

Gar nicht zum Lachen: Schmerzvögel

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 17/15 vom 22.04.2015

Die meisten Szenen des kaum einstündigen Monologabends "Eine Schwalbe falten" beginnen mit den Worten: "Immer, wenn sie mich besuchen kommt " Wir erfahren nie genau, wer diese "sie" ist, manchmal wohl die Schwester, öfter "eine" Schwester, aber sie bringt immer etwas mit: Blumen, ein Gedicht, Tabletten. Und sie erzählt von getötetem Federvieh und Blut. Zum Abschluss heißt es oft: "Der Herr Doktor sagt ..." Den bedrückenden, leider ein bisschen platten Text hat Margret Kreidl verfasst. Die dabei besonders zerbrechlich wirkende Juliane Gruner sagt ihn in der Inszenierung von Lukas Cejpek nicht nur auf, sie tänzelt durch den Raum, verstrickt sich absichtsvoll in roter Wolle, setzt scheu einen riesigen Strohhut auf oder hüllt sich in einen Patientenkittel. Leichte Kost wird hier nicht geboten, eher Trübsal befördert.

Kabinetttheater, Fr bis So 20.00


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