Ins Mark

Eine(r) kriegt immer die Watschen

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 18/15 vom 29.04.2015

Wie schön das ist, wenn alle zusammenhelfen! Mit Mai beginne "der kürzeste Wahlkampf, den die Steiermark je erlebt hat", so Steirerkrone-Chefredakteur Christoph Biró. "Die Herren Voves &Schützenhöfer haben das veranlasst, wie so vieles in diesem Land. Die Mehrheit", schreibt er ehrfürchtig weiter, "weiß ganz genau, was diese beiden für die Steiermark geleistet haben." Ob sie "am 31. Mai dafür auch belohnt werden? Es sollte wohl sein." Das erinnert an die Wahlempfehlung, die das Blatt seinerzeit für den Grazer ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl abgegeben hat. Bevor er in Ungnade fiel und fortan Dinge wie diese zu lesen bekam: "Schützenhöfer hat Format und Charakter. Eigenschaften, die man dem Grazer Bürgermeister wirklich nicht nachsagen kann."

Bei Voves ist es andersrum gelaufen: 2009, nachdem er wiederholt Kanzler Werner Faymann kritisiert und Vermögenssteuern verlangt hatte, startete die Zeitung eine monatelange, aggressive Kampagne. Dieser "Kernölsozialist" sei ja nur "ein gelernter Eishockeyspieler", indirekt bezeichnete sie ihn gar als Lügner. Erst nach Voves' Wahlsieg wurde umgeschwenkt. Seit neuestem hat Nagl als Oberbösewicht ausgedient, jetzt ist erneut Langzeitfeindbild Martina Schröck dran. Die Grazer SP-Chefin wird seit Beginn immer wieder gewatscht. Unprofessionell sei sie, "voll daneben", Forderungen seien "lächerlich". Kürzlich bezichtigte das Blatt sie der "glatten Lüge". Franz Voves habe "Glück, dass er Schröck und die SP Graz für ein gutes Ergebnis bei der Landtagswahl nicht braucht". Interessant wäre eines: Ob Voves die Krone auch heute, so wie vor der letzten Wahl, "demokratiegefährdend" findet?

Gerlinde Pölsler ist Redakteurin im Steiermark-Falter


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