Theater Kritiken

Kafka am Rande eines Nervenzusammenbruchs

Lexikon | Theresa L. Gindlstrasser | aus FALTER 18/15 vom 29.04.2015

Aus Briefen an die Verlobte, Tagebucheinträgen und Prosafragmenten von Franz Kafka hat der Regisseur Elmar Goerden ein Stück gemacht. Und, wer hätte das gedacht, es darf in "Kafka" gelacht werden. Gleich fünf Schriftsteller verzetteln sich auf der Bühne im Wollen und Nicht-Wollen. Einmal will Kafka die Beziehung zu seiner Verlobten, dann wieder fordert er Distanz, manchmal schreibt sie zu oft, meistens zu wenig. Dazwischen werden kurze Geschichten angedeutet, die kafkaesk ins Unverständliche führen. Wie beispielsweise der wahrscheinlich kürzeste Auftritt einer Wohnungseinrichtung jemals. Und "erwarten Sie von der Erklärung der Dichtungen keine Hilfe". Erwarten Sie aber sehr wohl ein lustvolles Labyrinth (Bühne: Silvia Merlo, Ulf Stengl) in dem ein ganz und gar unpraktischer Mensch zu leben versucht.

Theater in der Josefstadt, Mo-Mi 19.30


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