"Ich wollte nie die Vorzeige-Türkin sein"

Um die Weltmusik-Stimme Fatima Spar war es lange still. Jetzt überrascht sie mit einem jazzigen Bigband-Album

Feuilleton | Porträt: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 18/15 vom 29.04.2015

Fatima Spar sagt "Hello again!" und stellt sich dem Publikum ein zweites Mal vor. Ihren Durchbruch feierte die türkischstämmige Sängerin während der Balkan-Sound-Welle vor knapp zehn Jahren. Mit ihrer Band Freedom Fries tourte die in Vorarlberg aufgewachsene Wienerin ausgiebig und veröffentlichte zwei Alben.

Doch glücklich gemacht hat sie der Erfolg nicht. "Ich bin keine typische Sängerin", sagt Fatima Spar, die bürgerlich Nihal Şentürk heißt. "Wahrscheinlich bin ich sogar lieber Komponistin als Sängerin. Man hat mir damals ein Image aufgedrückt, ich wollte aber nie die Vorzeige-Türkin sein und bald nur mehr raus aus der Balkan-Schublade."

Das Gefühl, raus zu wollen, kennt sie sehr gut. In Lustenau aufgewachsen, konnte es Fatima Spar einst kaum erwarten, endlich nach Wien ziehen zu dürfen: "Die heile Welt der Vorarlberger war mir zu heil, und den Dialekt mochte ich irgendwann auch nicht mehr. Lustenau war rau, kalt und in sich geschlossen, mit reichen Industriellen und einer


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