Frühlingsfrisch am Dichtersee

Das Festival Literasee ist der Versuch, den geografischen Mitt elpunkt Österreichs zurück auf die literarische Landkarte zu bringen


Reportage: Sebastian Fasthuber
Feuilleton | aus FALTER 18/15 vom 29.04.2015

Lange Zeit galt das Ausseerland als Ziel von Sommerfrischlern, auch wenn die meisten Wiener schon in Bad Ischl hängenblieben. Immerhin hat der Kaiser hier gern gejagt, und die von Bergen und Schluchten wie Seen geprägte Region hat auch Autoren angezogen. Raoul Auernheimer verglich den wegen seiner Tiefe so dunklen Altausseer See mit einem "riesigen Tintenfass, in das die im Kreise herumsitzenden Dichter ihre Federkiele tauchten".

Touristisch lebten Bad Aussee und Altaussee lange davon, dass hier die Zeit scheinbar stehengeblieben war. Irgendwann war der Kaiserbonus jedoch ausgeschöpft, und wo Hugo von Hofmannsthal seinen Kaffee trank, interessiert heute niemanden mehr. Das am vergangenen Wochenende erstmals ausgetragene Festival Literasee stellte den Versuch dar, das Ausseerland, das geografisch den Mittelpunkt Österreichs bildet, wieder auf der literarischen Landkarte zu positionieren.

Festivalzentrum war die am Rand von Bad Aussee gelegene Wasnerin. So wie dieses alte Haus heute als

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