Nachgesehen

100 Jahre nach dem Genozid: Gedenken an die ermordeten Armenier

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | aus FALTER 18/15 vom 29.04.2015

Es war der 24. April 1915, der "Rote Sonntag", als das Osmanische Reich die Deportation führender Persönlichkeiten der armenischen Minderheit aus dem damaligen Konstantinopel, heute Istanbul, anordnete. Insgesamt wurden etwa 1,5 Millionen Armenier bei Massakern und in Todesmärschen ermordet. Seitdem gedenken die Überlebenden am 24. April der Opfer dieses ersten Genozids in Europa im 20. Jahrhundert.

100 Jahre später gedachte Kardinal Christoph Schönborn mit Vertretern der armenisch-orthodoxen, der syrisch-orthodoxen und der griechischorthodoxen Kirche bei einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst im voll besetzten Stephansdom der Opfer dieses Völkermordes.

Auch im Parlament verurteilten die Klubobleute aller Parteien in einer gemeinsamen Erklärung den Genozid an den Armeniern. Als Protest gegen diese Erklärung berief die Türkei ihren Botschafter in Österreich zu Konsultationen nach Ankara.


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