Beisl Der steirische Gourmet

Keine Sehnsucht nach Hauben

Steiermark | Restaurantkritik: Günter Eichberger | aus FALTER 18/15 vom 29.04.2015

Nach dem leider unverdient kurzen slowenischen Gastspiel versucht es nun Franco Mario Zucca mit dem Hofkeller. Die Belegschaft trällert fröhlich vor sich hin - oder entspricht das dem Pfeifen von Kindern im finsteren Wald?

Der Wirt jedenfalls ist aus Sizilien, die Weine sind aus Sardinien. Der Costamolino (das Glas €4,50) ist eine wunderbare Fruchtbombe, auch der Vermentino ( € 3,60) besticht. Ein Gruß aus der Küche wird nicht entboten. Das amüsiert uns nicht. Jetzt müsste nur das Vitello Tonnato (€ 9,80) eine Wucht sein. Leider erinnert die Sauce nur von fern an Thunfisch. Das kräftig gepfefferte Risotto (€ 11,50) hat eine angenehm flüssige Konsistenz, die Kombination von Spargel und Shrimps ist eher originell als überzeugend. Aber der Wein! Der macht vieles gut und wird mit jedem Schluck besser.

Die Fischvariation ( € 19,80) mit Calamari, Garnelen und Branzino vom Grill ist schlicht hervorragend. Zur Pannacotta ( € 5,80) kann man nur gratulieren. Und erst der Wein! Wer freilich kreative Aufschwünge erwartet, wird enttäuscht werden. Norbert Kabelkas Erbe wird nicht angetreten.

Resümee

Nach Hauben scheint sich Peppino im Hofkeller nicht zu sehnen. Das folgt möglicherweise gastronomischer Vernunft und könnte sich bezahlt machen. Im breiten mittleren Segment schlägt man sich wacker im oberen Drittel.

Peppino im Hofkeller

Hofgasse 8,8010 Graz, 0316/69 75 11, Di-Sa 12-23 Uhr


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige