Wo waren Sie am 8. Mai?

Europa feiert am 8. Mai das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nazi-Terror. Aber wie erlebten österreichische Zeitzeugen diesen Tag vor 70 Jahren? Neun haben es uns erzählt

Protokolle: Erich Klein, Barbara Tóth | Politik | aus FALTER 18/15 vom 29.04.2015

Österreich hatte lange keine offizielle Erinnerungskultur zum 8. Mai 1945. Nur die Burschenschaftler trafen sich an diesem Datum vor der Krypta auf dem Heldenplatz zum "Totengedenken" für die Gefallenen des Weltkriegs. Sie gedachten also genau andersrum als der Rest Europas. Das Bild des kleinen Österreich, das nicht befreit, sondern von den Alliierten besetzt wurde, hielt sich hartnäckig. Was der Rest Europas als Sieg über Hitler-Deutschland feierte, hatte in Österreich immer auch den Beigeschmack der Niederlage, schließlich kämpften viele Österreicher in der Wehrmacht und die Nazi-Propaganda hämmerte ihnen bis zuletzt ihre Durchhalteparolen ein.

Am längsten verharrte die FPÖ auf der alten revisionistischen Denkweise. Noch im Jahr 2004 hielt Heinz-Christian Strache die Festrede beim Totengedenken auf dem Heldenplatz, inzwischen spricht auch der FPÖ-Chef vom 8. Mai als Tag der Befreiung.

Seit zwei Jahren begeht Österreich ganz offiziell auf dem Heldenplatz ein "Fest der Freude"

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