Menschen

Roter Bulle Häupl

Falters Zoo | Lukas Matzinger, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 18/15 vom 29.04.2015

So was gefällt dem Bürgermeister. Da hat sich Michael Häupl tatsächlich die Formel 1 in die Stadt geholt. Als Werbung für das Österreich-Rennen im Juni in der Steiermark hat letzten Mittwoch der ganze Red-Bull-Zirkus auf dem Rathausplatz Halt gemacht. Formel-1-Fahrer Daniel Ricciardo hat mit einem Auto aus jener Zeit, als Red Bull noch erfolgreich war, ein paar Gummiringerln auf dem Asphalt zurückgelassen. 20.000 Menschen kamen und machten große Augen und mehr als genug Fotos und Videos. Kameras waren überhaupt reichlich zugegen. So haben sich die geladenen Legenden Gerhard Berger und Kollegen zu unüberlegten Aussagen über ein mögliches Stadtrennen in Wien hinreißen lassen und immer und immer wieder betont, wie sehr sie sich auf das Rennen in Zeltweg freuten. Und Herr Häupl hat ein wirklich, wirklich unvorteilhaftes Bild von sich neben Ricciardo, Hotelbesitzer Helmut Marko und Luftweg-Mogul Niki Lauda machen lassen.

Jochen Distelmeyer war schon wieder da. Diesmal trat der einstige Diskurspopstar und aktuelle Buchbauchflecker wieder als Musiker in Erscheinung und gab bei der neuen Pop-up-Konzertreihe "Musik trifft Kunst" im Bank Austria Kunstforum vor Andreas-Gursky-Großformaten und bei abgedrehter Aircondition ("die Gitarre verstimmt sich sonst ständig") eine sehr exklusive Soiree. Gut, dass die Ausstellungshalle bestuhlt war. Denn vor dem Konzert gab es eine etwas längere Theorieeinführung, bei der erklärt wurde, warum die Düsseldorfer Becher-Schule in der Ausstellung "Landscape in My Mind" so gut zur Hamburger Schule passt, der man den Blumfeld-Sänger zuordnen muss. So gesehen hätten aber eigentlich eher die Toten Hosen auftreten müssen. Egal, Herr Distelmeyer sprach von den "inneren Landschaften", mit denen er sich als Musiker befasse, gab ein paar alte Nummern und ein paar Coverversionen zum Besten. So traf Blumfeld auf Britney und Bob Dylan und der Kunstraum wurde zum Pfarrsaal. Schrummel, schrummel.

Guido Maria Kretschmer war auch schon wieder da. Diesmal holte sich der Berliner Modeunternehmer und Privatfernsehstar seine Romy ab, die ihm vergangenes Wochenende für seine Verdienste um Fashion-TV in der Wiener Hofburg verliehen wurde. Geromyt wurden aber zum Beispiel auch die deutsche Schauspielerin Nora Tschirner (für viele: die beste "Tatort"-Ermittlerin) und Dieter Hallervorden (der sich in seiner Dankesrede auch noch was erlaubte, siehe Seite 33!). Geehrte wie Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst (bester TVMoment 2014), RTL-Moderator Daniel Hartwich ("Dschungelcamp") oder Regisseur/Schauspieler Til Schweiger (Popcornkino) konnten ihre Romys nicht persönlich abholen, freuten sich aber sicher auch ganz dolle über die Auszeichnung.

Das Gegenteil von Formel 1 ist die Bim. Obwohl auch bei den Öffi s Wettbewerbe ausgetragen werden, wie man bei der "Tram EM" beim Tramwaytag erleben konnte. Bei der Europameisterschaft der Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer landeten Nicole Vanek und Markus Fiedler, das Team der Wiener Linien, auf dem zweiten Platz. Allerdings war die Mannschaft aus Rotterdam im Kegeln mit einer Straßenbahngarnitur dann doch besser. Bim-Europameister wurden Will Breur und Orlando Cairo.

Und, ach, Song Contest ist ja auch schon bald. Als kleine Vorbereitung auf die Show der Shows gaben die Makemakes, Österreichs Beitrag zum Wettsingen, im Wuk ein Konzert. Weil? Jetzt im Mai das Album erscheint. Und man ja nicht nur Bob Marley covern kann.


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