"Frühstück um hunderttausend Euro?"

Warum haben die ÖBB einem ungarischen Lobbyisten Millionen bezahlt? In St. Pölten beginnt ein Prozess, der das klären soll

Politik | Vorschau: Josef Redl | aus FALTER 18/15 vom 29.04.2015

Gustav Poschalko war einst ein höchst einflussreicher Mann. Als langjähriger Geschäftsführer der früheren KPÖ-Spedition Express-Interfracht konnte er im kommunistischen Osten mit einem Anruf bei den Bonzen die Weichen stellen.

Die geschäftlichen Beziehungen in den Osten bringen Poschalko nun einen Strafprozess wegen Untreue ein. Doch diesmal geht es nicht um Kommunisten, sondern um Lobbyisten. Poschalko koordinierte in seiner Zeit als Vorstand der ÖBB-Gütersparte Rail Cargo Austria den Erwerb der staatlich-ungarischen Güterbahn MAV Cargo. Um die Chancen auf einen Zuschlag beim Privatisierungsverfahren zu erhöhen, setzte Poschalko auf die Dienste eines auch in Ungarn eher unbekannten Strippenziehers.

Der Plan ging auf: Die ÖBB kauften im Jahr 2007 die MAV Cargo um rund 400 Millionen Euro - viel zu teuer, wie sich später herausstellte. Poschalkos "Lobbyist" sollte rund sieben Millionen Euro "Provision" erhalten. Als in Ungarn Ermittlungen wegen des Verdachtes auf Bestechung öffentlich


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