Den einstigen Britpop-Göttern Blur gelingt der Spagat zwischen gestern und heute

Feuilleton | Musikkritik: Florian Obkircher | aus FALTER 18/15 vom 29.04.2015

Um 2005 war die Luft draußen, die Ex-Britpop-Götter Blur nahmen eine Auszeit - Ende ungewiss. Ihr Gitarrist Graham Coxon war zwei Jahre zuvor ausgestiegen, Sänger Damon Albarn hatte die Rockmusik scheinbar hinter sich gelassen und erkundete mit der Comic-Band Gorillaz und auf Platten wie "Mali Music" Dub und Hip-Hop, Jazz und westafrikanische Musik.

Diese Vorlieben prägten 2003 schon das Album "Think Tank". Sein sanfter, elektronischer Grundton hatte nur wenig mit den früheren Gassenhauern gemein. Es wirkt wie das introvertierte Abschiedswerk einer Band, die die Schnauze voll hatte vom schrillen Schein des Superstar-Daseins.

2009 kam es überraschend zur Wiedervereinigung für eine Reihe von Festivalkonzerten. Albumgerüchte wurden aber stets dementiert. Angeblich hätte sich das auch nicht geändert, wäre nicht 2013 ein Festival in Japan abgesagt worden. Blur hatten dadurch unfreiwillig fünf Tage Tour-Pause in Hongkong und mieteten ein Tonstudio.

Die Sessions führten zu 15 Songskizzen,


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