Die gestrandeten Kinder von Traiskirchen

Mehr als 800 Kinder und Jugendliche sitzen ohne Eltern im Lager fest. Keine Behörde fühlt sich für sie zuständig. Warum?


Besuch: Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 19/15 vom 06.05.2015

Nein, in die Schule gehe er nicht, sagt der 13-Jährige mit den großen braunen Augen. Vor wenigen Tagen ist er mit seinem 17-jährigen Bruder in Traiskirchen angekommen und hat um Asyl angesucht. "Man hat mir gesagt, es gibt einen Deutschkurs", sagt der syrische Bursche, "aber der ist nur Deutsch-Englisch und ich verstehe kein Englisch." Also schlendert er mit seinem älteren Bruder ziellos in Traiskirchen herum.

So wie mehr als 800 weitere Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern nach Österreich geflüchtet sind, etwa 20 von ihnen sind sogar jünger als 14 Jahre. Sie kommen aus Afghanistan, aus Syrien und dem Irak und sitzen jetzt im Flüchtlingslager Traiskirchen unter 900 erwachsenen Asylwerbern fest. Es sind Teenager, für die sich keiner zuständig fühlt. "Die Situation dieser Kinder und Jugendlichen ist dramatisch", sagt die niederösterreichische Kinder- und Jugendanwältin Gabriele Peterschofsky-Orange.

Normalerweise übernimmt die Jugendwohlfahrt die Obsorge, wenn Minderjährige

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