Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 19/15 vom 06.05.2015

werden im Wechsel zwischen Original und Kopie gezeigt. "The Bridge - America" ist besser als die Vorlage, die dänisch-schwedische Krimiserie "Die Brücke - Transit in den Tod". Bei "Hatufim -In der Hand des Feindes" (Arte zeigt derzeit die zweite Staffel) verhält es sich umgekehrt. Da kann die US-Adaption "Homeland" mit dem israelischen Original nicht mithalten. Es geht um einen Soldaten, der vom Feind entführt und umgedreht wird. In Zeiten von Krieg und Terror wächst Paranoia: Der Freund entpuppt sich als Feind, das Vertraute als unheimlich.

"Hatufim" vermittelt die Abgründe posttraumatischer Störungen subtiler als "Homeland". Die Landschaft Palästinas in "Hatufim" ist die bessere Kulisse für zerrissene Seelen als die "Homeland"-Suburbs. So wie Morde auf der "Bridge" zwischen den USA und der mexikanischen Drogenhölle authentischer wirken als auf einer Transitbrücke zwischen Kopenhagen und dem cleanen Malmö.


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