Der Aufstieg Asiens und die neue Weltunordnung

Der Wiener Journalist Thomas Seifert richtet seinen Blick nach Asien und sieht hier die größte Veränderungsmacht im 21. Jahrhundert


Rezension: Raimund Löw
Politik | aus FALTER 19/15 vom 06.05.2015

Wir erleben derzeit einen merkwürdigen Widerspruch: Die heftigsten Dramen spielen sich in der europäischen Nachbarschaft ab, und der russische Revanchismus und die Bürgerkriege in der arabischen Welt verängstigen Europa. Aber die nachhaltigsten globalen Veränderungen unserer Zeit kommen vom anderen Teil des Globus, aus Asien.

Thomas Seifert, der weltgewandte Außenpolitik-Redakteur der Wiener Zeitung, zeichnet in einem großen Bogen die historischen Zusammenhänge. China hat als Wirtschaftsmacht zu Amerika und Europa aufgeschlossen. Das Wachstum in Indien bringt einen weiteren Giganten des Kontinents auf die Überholspur. Die ökonomischen Fakten sind unbestritten. Seifert glaubt, dass die ökonomische Verschiebung auch die Weltpolitik auf den Kopf stellt.

Eine pazifische Epoche löst das atlantische Zeitalter ab, in dem die USA und zuvor das Vereinigte Königreich die Welt regiert haben, lautet seine These. Wie eine Reihe anderer Autoren schließt er aus dem Aufstieg Chinas etwas vorschnell

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