Basics Grundkurs Kochen (295)

Was tun wir, wenn der Löwe zahnt? Wir kochen, hätten Sie's geahnt?

Stadtleben | BW | aus FALTER 19/15 vom 06.05.2015

Denn für mich macht niemand Tiere tot, ich leg mir Löwenzahn aufs Brot", hat die deutsche Fun-Punkband Die Ärzte in den 1980ern noch fest über Nicht-Vegetarier abgelästert. Löwenzahn zu essen klang hierzulande damals noch mindestens genauso abwegig wie Hunde zu verkochen. Inzwischen ist das längst Pusteblume! Nicht nur, dass man heute in Supermärkten essbare Blumen kaufen kann, die breite Wiener Masse hat auch ihre grünen Daumen entdeckt und gärtnert an jeder Ecke urban. Back to the roots also, und was könnte nachhaltiger sein, als die Wiese vorm Haus abzuernten, ehe man sie mit dem Rasenmäher abschert?

Dort hat nämlich bis Monatsende noch der Löwenzahn Saison, dessen leicht bittere Blätter nicht nur gut aufs Butterbrot passen, sondern auch einen großartigen Salat abgeben.

Am besten beschränkt man sich beim Pflücken auf junge Blätter. Mit Essig und Öl marinieren, Salz, Pfeffer und ein bisschen Zitronensaft dazu, fertig. Passt hervorragend zu Schafs- oder Ziegenkäse. Löwenzahn lässt sich aber auch verkochen, und zwar als Spinatersatz. Allerdings zuerst Strünke abschneiden und blanchieren. Als Löwenzahn-Erdäpfel-Auflauf, aufgeschichtet mit Frühlingszwiebeln und Paradeisern, gewürzt mit Knoblauch, Salz, Petersilie, Pfeffer und einem Schluck Weißwein und am Ende mit einer dicken Schicht Bröseln und geriebenem Pecorino bedeckt ins Rohr.

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