Kaisers Buch: Die Frau, die niemals weint

Feuilleton | aus FALTER 19/15 vom 06.05.2015

Es ist keine Neuigkeit, dass Vea Kaiser die alten Griechen liebt und einen Gutteil ihrer Inspiration aus der Beschäftigung mit Stoffen der Antike bezieht. In ihrem neuen Roman, den sie angelehnt an die neun Musen in neun Gesänge aufgeteilt hat, gibt die Yiayia (Großmutter) Maria ihren Kindern und Enkeln Geschichten von Helden weiter, die schier unlösbare Prüfungen bestanden haben. Was die schicksalsgläubige Frau nicht ahnte, war, dass sie ihre Nachkommen damit unzureichend auf das reale Leben vorbereitet hat. Als Resultat sind die meisten von ihnen unfähig, Schwächen zu zeigen und Fehler zuzugeben.

Marias Enkelin Eleni, die in den 1950ern und 60ern - zu dieser Zeit setzt die weitschweifige Handlung ein -in einem Bergdorf im griechisch-albanischen Grenzgebiet aufwächst, entwickelt sich zu einem Sturschädel erster Güte. Sie identifiziert sich mit den Amazonen und will eine Heldin sein, die niemals weint. Über die Jahrzehnte kämpft sie sich durch, engagiert sich politisch, entflieht


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