Buch der Stunde

David Foster Wallace und die Depression

Sebastian Fasthuber | Feuilleton | aus FALTER 19/15 vom 06.05.2015

Ich nehme jetzt seit, mal überlegen, rund einem Jahr Antidepressiva, und ich würde mal sagen, da kann ich ganz gut einschätzen, wie die so sind. Sie sind eigentlich ganz okay, aber so, wie es okay wäre, auf einem anderen Planeten zu leben, wo es warm und gemütlich ist und Essen und frisches Wasser gibt: Es wäre okay, aber es wäre natürlich nicht die gute alte Erde. Ich war jetzt fast ein Jahr nicht mehr auf der Erde, weil es mir auf der Erde nicht besonders gut ging." Lang vor seinem großen Roman "Unendlicher Spaß"(1996), in dem er viel über sein Leben mit der Depression schrieb, veröffentlichte der 22-jährige David Foster Wallace in der Zeitschrift The Amherst Review bereits eine Kurzgeschichte zum Thema.

Bei dem namenlosen Erzähler, den man nicht mit Wallace gleichsetzen sollte, hinter dem man ihn jedoch vermuten darf, wird in seinem ersten Studienjahr eine akute klinische Depression diagnostiziert. Das Gefühl beschreibt er wie eine Magen-Darm-Grippe, nur dass der ganze

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige