"Ich glaub, ich hab da eine Geschichte!"

Wie können Journalisten überleben? Indem sie sich auf eine alte Tugend besinnen. Der preisgekrönte US-Fernsehjournalist Bob Dotson über die Kraft guter Reportagen


Zuhörer: Benedikt Narodoslawsky
Medien | aus FALTER 19/15 vom 06.05.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Man muss Bob Dotson nicht lange fragen, er fängt gleich selbst an zu erzählen. Er hört auch nicht damit auf, aber das macht nichts, denn man hört ihm gerne zu. Dotson gilt im amerikanischen Fernsehjournalismus als begnadeter Geschichtenerzähler. Mit der „Today Show“, einer Morgensendung auf dem amerikanischen Fernsehnetzwerk NBC, für die Dotson als Korrespondent arbeitet, räumte er zahlreiche Preise ab, darunter auch mehrere Emmys. Vor kurzem besuchte Dotson Wien, um auf der Webster-Universität und beim Forum Journalismus und Medien (FJUM) vorzutragen. Die Themen: Was fehlt den Nachrichten heute, und wie erzählt man im Zeitalter von Twitter gute Geschichten? Dem Falter erklärte er außerdem, warum die Amerikaner erst 1829 Toiletten im Haus hatten, was man zeigen muss, wenn ein Hundertjähriger läuft, und warum der Film „Schindlers Liste“ trotz des schrecklichen Holocaust-Themas ein Kassenschlager wurde.

Falter: Herr Dotson, Sie erzählen seit 40 Jahren einem Millionenpublikum Geschichten. Was ist das überhaupt, eine gute Geschichte?

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