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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

An den Gräbern erkennt man Künstler wieder. So vollzieht der Bildhauer Alfred Hrdlicka auf seinem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof einen ehernen Geschlechtsakt. Der Grabstein von Adolf Loos ist so sachlich wie dessen Architektur - ein simpler Kubus mit dem Namen des Verstorbenen.

Nun bekam auch der Liedermacher und Entertainer Udo Jürgens nicht weit von Hrdlicka und Loos entfernt eine letzte Ruhestätte. Das mehrere Tonnen schwere Monument stellt einen von einem Tuch verhüllten Flügel dar -als Erinnerung an den Mann am Klavier, als der Udo Jürgens sich auf den Konzertbühnen präsentierte. Der 1,5 Meter mal 1,8 Meter große Marmorblock wirkt alles andere als wohltemperiert, wie eine gigantische, aus der Form geratene Hochzeitstorte. Vielleicht dachte Udos Bruder Manfred Bockelmann an den Hit "Aber bitte mit Sahne", als er das Monster in Weiß entwarf.

Am Grab zählen indes nicht nur ästhetische Werte: Richtige Udo-Fans werden dem steinernen Schlager des Todes applaudieren.


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