Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Wo das Geld hinschneit

Steiermark | Donja Noormofidi | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Die sogenannten "Reformpartner" SP und VP sind auch als Sparmeister angetreten. Minus 25 Prozent lautete das Motto noch zu Beginn, tausende Menschen demonstrierten auf den Straßen, bei einer Pressekonferenz gab es Nüsschen statt Brötchen. Die fetten Jahre sind vorbei, sollte das heißen. Die "Reformpartner" hatten den Mut zu handeln, wer sie bei der Wahl am 31. Mai dafür nicht belohnt, hat das wohl nicht verstanden.

Inzwischen ahnt man aber, dass die fetten Jahre wohl nicht überall vorbei waren. Zum Beispiel im Pflegebereich: Das Land zahlt seit Jahren mehrfach für Geschäftsführungsstellen, selbst wenn diese nur einfach besetzt sind (siehe Seite 52). Oder die Ski-WM in Schladming 2013. Das Sportevent kostete die Steuerzahler 246 Millionen Euro, 151 Millionen Euro blechte das Land. In einem Rohbericht übt der Rechnungshof nun herbe Kritik. Die Vorwürfe laut Medien: zu hohe Kosten, die Übersicht habe gefehlt, die Korruptionsprävention sei bescheiden gewesen. Den Skygate, angeblich auf Wunsch des ÖSV-Präsidenten errichtet, stufte der Rechnungshof als Luxus ein, Bund und Land hätten ihn mit zwei Millionen Euro gefördert. Die "Reformpartner" argumentieren vor allem mit dem Werbewert der WM.

Der Eindruck, der bleibt: Geld spielte in Schladming offenbar keine Rolle, ebenso in der Pflege, dort profitieren vor allem die Heimbetreiber. Und das, wo die "Reformpartner" im Sozialbereich jeden Euro zweimal umdrehten. Von der Kleinen Zeitung auf den Rechnungshofbericht angesprochen, meinte Landeschef Franz Voves, er könne diese "depperte Kritik" nicht mehr verstehen. Klar - wer ist schon der Rechnungshof im Vergleich zu einem "Reformpartner"?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige