Geburtstag mit Katerstimmung

Das Kulturmagazin The Gap überlebt seit 18 Jahren. Ein Blick in die Bilanz zeigt große Schwierigkeiten

Medien | Blattkritik: Benedikt Narodoslawsky, Josef Redl | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Wohllebengasse, vierter Wiener Gemeindebezirk. Eine Kaffeemaschine gibt es noch nicht, das Internet funktioniert erst seit wenigen Tagen. Auf den Gängen stapeln sich Kartons an der Wand, sie sind noch nicht ausgepackt. Die Redaktion des Kulturmagazins The Gap ist gerade umgezogen, alles neu zum großen Fest. Die Redaktion bastelt gerade an der Jubiläumsausgabe, die am Freitag zum "150. Geburtstag" im Club Grelle Forelle groß gefeiert wird.

150 Jahre, das ist eine kecke Falschinformation des Magazins, tatsächlich erscheint diese Woche bloß die 150. Ausgabe. The Gap ist heuer gerade erst 18 und damit volljährig geworden. Aber auch das ist ein Wunder. Denn anders als bei den Gründungen von nzz.at oder des Forbes-Magazins, die mit dem Kapital eines Medienkonzerns im Rücken in Österreich Fuß fassen, oder bei jener des Gratisblatts Heute im Jahr 2004, das die Stadt Wien mit Inseraten aufpäppelte, wurde The Gap 1997 ohne Hilfe als Low-Budget-Heft im Keller der Wirtschaftsuni geboren.


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