Anwältin der unscheinbaren Wilden

Henzls Ernte: Mitten in Wien veredelt Gertrude Henzl selbst gesammelte Wildpflanzen

Stadtleben | Gerichtsbericht & Fotos: Irena Rosc | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Gertrude Henzl bepinselt winzig kleine Blüten mit Gummi arabicum. Sie sagt: "Mein Ziel ist der Aufbau eines Netzwerkes für ungenutztes Nahrungspotenzial und der Erfahrungsaustausch mit Personen, die Nahrung abseits industrieller Produktion schätzen."

Auf die behandelten Blüten klebt sie Mohn-oder Sesamsamen oder rotes Paprikapulver. So bringt Henzl in ihrer Manufaktur unscheinbare Lebensmittel zum Leuchten. Gleich beim Eingang ihres Geschäfts sprießen aus einem dunklen Erdäpfelherz zarte Triebe, liegen Wurzeln aller Art in inniger Umarmung miteinander, leuchtet frisches Grün.

Die von Henzl auf der Wiese und im Wald gesammelten oder in der Demeter-Gärtnerei Ochsenherz überzähligen Lebensmittel konserviert und veredelt sie in ihrem winzigen Geschäft Henzls Ernte in der Kettenbrückengasse. Der Künstler Rudi Aigelsreiter bringt die Ideen von Frau Henzl in eine so schöne Form, dass die Auslage der Manufaktur eher einer zukunftsweisenden Pflanzenkunst-Galerie gleicht.

Im Inneren,


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