Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Pop

Wire: Wire

Die britische Art-Punk-Band Wire, 1976 gegründet und mit Unterbrechungen bis heute in Beinahe-Originalbesetzung aktiv, beherrscht das konzentrierte Krachschlagen ebenso wie elektronisch unterfütterten Pop. Aktuell verbinden sie beide Pole: scheinbar zurückhaltend angelegt, brodelt es in den elf Stücken dann doch wieder ordentlich, bisweilen ist aber auch monotones Wegdriften möglich. Die neuen Alben ihrer Postpunk-Kollegen Gang Of Four und The Pop Group enttäuschten, auf Wire bleibt Verlass. (Pink Flag) GS

Jazz

Sketchbook Quartett: Ottos Mops

Kommt optisch wie das Demo einer ländlichen Punkrock-Combo daher, ist aber das fein musizierte Debüt eines jungen Jazz-Vierers. Basslos und mitunter humorig reißt man viele Spielformen der Jazzgeschichte an, oft innerhalb eines Stücks, ohne dabei klar klassifizierbar zu sein. Auffällig ist die rasante Variation zwischen tightem Ensemblespiel und Impro-/Soloausflügen, in denen unterschiedliche Gewichtungen erzeugt werden, bei denen die vermeintlichen Hintergrundakteure nicht einschlafen. Tipptopp! (Session Work) DMK

Klassik

David Fray: Fantaisie

"Schubert ist meiner Gefühlswelt am nächsten", sagt der französische Pianist David Fray. 2009 nahm er dessen Werke erstmals auf, nun widmet er sich Kompositionen aus Schuberts letzten Schaffensjahren, darunter die G-Dur-Sonate und die ungarische Melodie in b-Moll. Das Album ist auch eine Hommage an seinen Mentor und Lehrer Jacques Rouvier. Gemeinsam spielen sie die große Fantasie in f-Moll und das Allegro in a-Moll. So klingt Perfektion zu zwei respektive vier Händen. (Erato) MDA Live: Konzerthaus, 31.5.


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