Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Wo Burschenschaftler einst trauerten, herrscht nun große Freude

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Die Wiener Symphoniker heben Beethovens neunte Symphonie über den Heldenplatz. In der ersten Reihe lauschen ihnen die Lenker der Republik - der Bundespräsident, der Kanzler und sein Vize, Minister und Stadträte. Hinter ihnen rund 15.000 Besucher, die zum "Fest der Freude" auf den Heldenplatz gekommen sind.

Es ist ein symbolischer Ort. Am Heldenplatz hatte Adolf Hitler 1938 unter tosendem Jubel Österreichs "Anschluss" an Nazideutschland verkündet, am 8. Mai 1945 endete die Schreckensherrschaft der Nazis, die Leid, Tod und Unmenschlichkeit über den Kontinent gebracht hatten.

Vor wenigen Jahren trauerten hier noch rechte Burschenschaftler an jedem 8. Mai und hielten Totengedenken. Nun gedenken die Besucher der Befreiung. Holocaustüberlebende und Politiker mahnen gegen die rechten Hetzer von heute. Auf der Wiese kuscheln Menschen und trinken Bier. Der Heldenplatz ist wieder voll.


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