Mitten ins politische Herz der Familie Apfel

Wiener Festwochen: Die Tetralogie "The Apple Family Plays" wirft einen Blick auf den amerikanischen Mittelstand

Feuilleton | Vorschau: Sara Schausberger | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Die Amerikaner sind bekannt für ihre ausladenden Romane und ihr breites Erzählen. Der New Yorker Dramatiker Richard Nelson hat mit der vierteiligen Stückreihe "The Apple Family Plays" fürs Theater vielleicht das geschaffen, was der amerikanische Autor Jonathan Franzen mit "Die Korrekturen" und "Freiheit" für die Literatur entwickelt hat. Wie ein Roman, der sich über hunderte Seiten hinweg ausbreitet, erzählt die Tetralogie von Amerikas jüngster Geschichte aus der Sicht einer Familie.

Rhinebeck ist ein kleines Dorf im Bundesstaat New York. Hier trifft einmal im Jahr die "Apple Family" aufeinander: vier erwachsene Geschwister und Onkel Benjamin.

Schauplatz ist Barbaras (Maryann Plunkett) Haus. Ein paar Teppiche und ein Tisch auf der Bühne (Bühnenbild: Susan Hilferty) reichen aus, um den Blick mitten hinein ins Wohnzimmer dieser amerikanischen Mittelklassefamilie zu lenken.

Jedes der vier Stücke beginnt damit, dass der Tisch gedeckt wird. In Realzeit schaut das Publikum den Geschwistern


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