Nachsitzen nur freiwillig

Vor 35 Jahren setzte die Alternativschule im Wuk neue Maßstäbe. Heute floriert sie mehr denn je

Stadtleben | Reportage: Nina Brnada | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Das Ziel von Alternativschulen ist, dass es sie eines Tages nicht mehr braucht. Denn mehr Mitsprache, mehr Spaß, mehr Entfaltung ist dann endgültig allen Kindern zuteilgeworden. Deshalb sollen eines Tages Setzlinge dessen, was zunächst nur in den Alternativschulen gesät wurde, auch im Regelschulsystem gedeihen. So zumindest die Idee, damals, Ende der 1970er, als es in Wien zur Gründung der ersten dieser Schulen kam.

Susanne Jerusalem sitzt heute auf der Bühne. Sie ist eine der Gründerinnen. Ihre Schöpfung heißt "SchülerInnenschule" und ist eine der ersten Alternativschulen in Wien. Eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht für Zehn-bis 14-Jährige, angesiedelt im Wuk am Alsergrund.

Die einstige Bildungspionierin Jerusalem ist heute Grünpolitikerin in Mariahilf, sie trägt eine rot umrandete Brille und pinke Sportschuhe. Wenn man ihr zuhört, hat man das Gefühl, dass das ursprüngliche Ziel der Alternativschulen noch nie so weit entrückt war wie heute. Die Bezirkspolitikerin


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige