Gelesen Bücher, kurz besprochen

Entschädigt, nicht wiedergutgemacht

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Rechtzeitig zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges erscheinen nicht nur viele Bücher zu den Ereignissen der Kriegsjahre, sondern auch solche, die sich mit den Spätfolgen des Krieges auseinandersetzen. Eines davon hat der Historiker Stefan Karner herausgegeben. Der Sammelband "Schweres Erbe und 'Wiedergutmachung'"(der Begriff "Wiedergutmachung" steht bewusst unter Anführungszeichen) befasst sich mit der späten Entschädigung von Opfern des NS-Regimes, die ab dem Jahr 2000 unter der Regierung Wolfgang Schüssels (ÖVP) verhandelt und verwirklicht wurde.

Die Republik hatte sich lange vor dieser Verantwortung gedrückt. Stets galt Deutschland als Rechtsnachfolgerin des Hitler-Regimes. Österreich sah sich bis in die 1990er-Jahre, was die Themen Restitution und "Wiedergutmachung" anging, als Hitlers erstes Opfer - und damit als nicht zuständig. Das war einigermaßen paradox. Längst hatte das Land die Waldheim-Affäre durchlebt. Ex-Kanzler Franz Vranitzky (SPÖ) hatte in Israel


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