Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Der Song Contest naht, und mit jedem Tag wird Christopher Wurmdobler wurlater. Er läuft nun mit einer Fingerpuppe in der Hosentasche herum. Wenn die Stimmung zu kippen droht, holt er sie heraus, steckt sie sich an den Finger und lässt die Puppe tanzen. Sie hat einen Bart und lange schwarze Haare. Ja richtig, es ist eine kleine Stoff-Conchita-Wurst. So etwas gibt es nämlich auch. Wurst für Wurme. Sie sollten seine Augen sehen, wenn er mit dem Püppchen spricht.

Und Sie sollten seine Geschichte lesen, die er mit Birgit Witt stock geschrieben hat. In der erfahren Sie so ziemlich alles, was Sie über den Trällerwettbewerb in Wien und darüber, wie die Wiener sich darauf vorbereiten, wissen müssen (Seite 38). Was Sie nach der Lektüre vielleicht noch nicht wissen: Warum Thomas Forstner 1991 mit seinem Lied "Venedig im Regen" keinen einzigen Punkt erlangte. Tex Rubinowitz (ja, das ist der, der den Bachmann-Preis gewonnen hat) beleuchtet dieses dunkle Kapitel der österreichischen Musikhistorie in einer beeindruckenden Recherche (Seite 26). Um eine Antwort vorwegzunehmen: Forstners lila Glitzeranzug war nur ein Teil des Problems.

Sibylle Hamann widmet sich hingegen der politischen Dimension des angeblich unpolitischen Song Contest und zeichnet nach, wie die Völker ihre Stimmen erhoben, um Freiheit und Diktaturen zu besingen. Ihre ESCpertise (Qualität des Wortspiels Marke "lila Glitzeranzug") finden Sie auf Seite 10. Was noch zu sagen bleibt: Der große Jochen Schievink hat die Strecke illustriert. Merci, chéri! Allemagne douze points.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige