Wie der kleine Schorsch die Welt verändert hätte

Bomben gegen den Tyrannen: Regisseur Oliver Hirschbiegel verfilmt die Geschichte des Hitler-Attentäters Georg Elser

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Er hat weder den Glamour von Stauffenbergs noch den Glauben Sophie Scholls, dafür hatte Georg Elser den kühnsten Plan. Im Herbst 1939 brachte der gelernte Kunstschreiner aus dem schwäbischen Königsbronn im Münchner Bürgerbräu eine Bombe zur Detonation, wobei acht Menschen ums Leben kamen. Adolf Hitler, dem das Attentat galt, hatte den Bräukeller ein paar Minuten vor der Explosion verlassen.

Nicht nur die Filmgeschichte wusste den einzelgängerischen Leider-nein-Tyrannenmörder lange Zeit kaum zu würdigen. 1989 erinnerte Klaus Maria Brandauer als Regisseur und Hauptdarsteller von "Georg Elser -Einer aus Deutschland" an den weithin in Vergessenheit geratenen Widerstandskämpfer. Noch einmal 25 Jahre später unternimmt jetzt der deutsche Filmemacher Oliver Hirschbiegel mit "Elser" und der geopolitisch erweiterten Tagline "Er hätte die Welt verändert" einen neuerlichen Anlauf.

Erzählt wird in Rückblenden, den äußeren Rahmen bildet das Verhör, dem Elser mit sich ständig steigernder


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