7 Sachen, die Sie über DIE EISHEILIGEN eventuell nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 20/15 vom 13.05.2015

Die Eisheiligen von Wien sind Tichy, Eis-Greissler und Tuchlauben. Stimmt 's?

Nein.

Okay, sagt schon. Was ist das?

Die Eisheiligen, oder auch gestrengen Herren, sind die Tage von 11. bis 15. Mai, an denen man Heiliger gedenkt und es laut Bauernregel besonders kalt sein soll.

Wessen gedenkt man da, und was war deren Leistung?

Die Guten hießen Mamertius, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia und waren christliche Bischöfe und Märtyrer im vierten und fünften Jahrhundert.

Muss ich mich jetzt auf Frost einstellen?

Na ja. Tatsächlich ist die Bauernregel so alt, dass sie dem julianischen Kalender entspricht. Mit der Verschiebung auf Papst Gregors Zeitrechnung ist der Kälteeinbruch eigentlich in der Woche darauf, korrekterweise von 19. bis 23. Mai zu erwarten.

Interessant. Und da wird es dann kalt?

Wahrscheinlich nicht. Eine langjährige Messung in der Schweiz hat während den Eisheiligen kein erhöhte Frostbildung feststellen können - weder bei den kalendarischen noch bei den ursprünglichen.

Wie kommen die Bauern dann darauf?

Tatsächlich gibt es nach den oft recht warmen ersten Maitagen noch Wettereinbrüche, wenn kalte Polarluft nach Mitteleuropa kommt. Außerdem wurde die Bauernregel während einer mittelalterlichen Kälteperiode verfasst.

Was meint Papa, wenn er beim Gärtnern "die Eisheiligen abwartet"?

Dass er Sommerblumen und empfindliche Samen nicht vor Mitte Mai sät, um sie nicht einer letzten möglichen Frostperiode auszusetzen. Gscheit!


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