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Pressekolumne

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 21/15 vom 20.05.2015

Die Kronen Zeitung hat schnell eine Erklärung für das Verbrechen gefunden. "Das Problem bei beiden war der Alkohol -er konnte, wenn er zu viel getrunken hatte, schnell aggressiv werden", zitiert die Krone einen anonym bleibenden Bekannten. ",Komplizierte Liebe' endet mit zwei Toten" lautet die Schlagzeile des Artikels. Österreich fragt sich bei diesem "Liebes-Drama" wiederum: "Löste Tod des Hundes Tragödie aus?" Schließlich habe der Mann zuvor sein Wufferl auf der kroatischen Urlaubsinsel Krk begraben müssen. Und als Reaktion eben seine Ex-Lebensgefährtin erwürgt und danach sich selbst erhängt.

Die Sache ist eigentlich simpel. Wenn ein Mann eine Frau mit einem Gürtel erdrosselt, weil sie ihn verlassen will, dann ist das kein "Beziehungsstreit" (Salzburger Nachrichten), kein "Eifersuchts-Drama" (Krone), keine "Kurzschlussreaktion" (Österreich), sondern nur eines: ein Mord. Begangen von einem Mann an einer Frau.


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