"Conchita", oder: Ein Jahr danach hat die Wurst tatsächlich ein Album besungen

Feuilleton | MUSIKKRITIK: GERHARD STÖGER | aus FALTER 21/15 vom 20.05.2015

Udo Jürgens und Conchita Wurst haben zwei Dinge gemeinsam: einen Sieg beim Eurovision Song Contest und einen Penis. Ansonsten könnten die beiden österreichischen Entertainmentstars unterschiedlicher kaum sein.

Jürgens kam aus dem Jazzklub, Wurst aus dem Casting-TV, der eine war Vollblutmusiker, die andere ist eine Vollblutrollenspielerin, der eine verkörperte den ladies' man, die andere gibt die männliche Lady, für den einen war der Sieg beim europäischen Schlagerwettsingen eine Station unter vielen im Laufe einer imposanten Weltkarriere, für die andere fallen dort Auftakt und Höhepunkt der Karriere vermutlich zusammen.

Es verwunderte nur bedingt, dass Conchita Wurst ihrem Siegertitel "Rise Like a Phoenix" nicht gleich ein Album und eine Konzerttournee folgen ließ, sondern lieber zur Werbeträgerin wurde. Für Respekt, den Life Ball und das richtige Bankkonto. Es gab mit "Heroes" und "You Are Unstoppable" zwar noch zwei weitere Singles, so richtig zu zünden vermochten sie aber


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige