Musiktheater Kritik

So machen's eben alle in Doppeldeutigkeit

Lexikon | HR | aus FALTER 21/15 vom 20.05.2015

Guter Kniff der Regie: In fast leerem Raum mit dem nötigen Mobiliar probt Don Alfonso als Spielleiter Così fan tutte, in den ersten Szenen sind alle auf der Bühne, singen aus Klavierauszügen und werden allmählich zu denen, die sie spielen. Fiordiligi stellt sich in ihrer ersten Arie "Wie ein Fels" standhaft treu in Pose und alle nehmen sie nicht ernst. Mozarts und Da Pontes Gag am Ende: Die Frauen müssen sich schuldig fühlen, aber alle bleiben verwirrt zurück. Die Paare der Premierenbesetzung, allen voran Mezzosopran und Bariton, auch Sopran und Tenor singen (auf Deutsch) großartig. Man erlebt das Dramma giocoso, die Ironie und alle Nuancen, die Mozart auch im Orchester in seiner präzisen Textvertonung setzte, dank der hervorragenden Einstudierung von Julia Jones.

Volksoper, Do, Mi 19.00


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