"Zelte brauchten wir nicht"

Vor über 20 Jahren nahm Österreich 90.000 Kriegsflüchtlinge aus Bosnien auf. Wieso funktionierte das ohne Zeltstädte? Akteure von damals erinnern sich

Politik | ERINNERUNG: NINA HORACZEK | aus FALTER 21/15 vom 20.05.2015

Es sind Züge des Elends, die am Praterstern anrollen. Männer, Frauen, Kinder, völlig erschöpft von der tagelangen Flucht, werden vom Roten Kreuz mit heißer Milch und Semmeln begrüßt.

"Innerhalb von 24 Stunden haben wir damals in den alten Messehallen ein Notquartier für 800 Kriegsflüchtlinge errichtet", erinnert sich Peter Hoffelner vom Roten Kreuz. Das war eine wirkliche Flüchtlingskrise. Anfang der 1990er-Jahre, während des Kriegs im zerfallenden Jugoslawien, fanden etwa 90.000 Kriegsflüchtlinge in Österreich Schutz. Heute müssen Asylwerber in Österreich sogar in Zelten schlafen. Weil im ganzen Land keine Plätze für einige hundert Asylwerber aufzutreiben seien, ließ Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in Salzburg, in Linz und im Asyl-Erstaufnahmezentrum im oberösterreichischen Thalham Zeltstädte errichten - zumindest in Thalham auch noch ohne funktionierende Heizung, und das bei Temperaturen von zehn Grad in der Nacht.

In Österreich ist die Asylkrise ausgebrochen,


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