Neue Bücher

Popstars erinnern sich

Feuilleton | aus FALTER 21/15 vom 20.05.2015

Als Bassistin von Sonic Youth war Kim Gordon eine der prägenden Figuren des Indierock und ermutigte viele junge Musikerinnen, es ihr gleichzutun und das Lärmen nicht den Buben zu überlassen. Mit ihrem Mann Thurston Moore bildete sie außerdem ein Rockn'-Roll-Traumpaar. Die beiden lebten vor, dass auch in einer unsteten Welt langlebige Beziehungen möglich sind. Die Meldung von ihrer Trennung ging 2011 um die Welt.

In "Girl in a Band" redet Gordon nicht lang um den heißen Brei herum. Sie schildert gleich eingangs, wie sie bei den letzten Sonic-Youth-Konzerten von ihrem Mann und ihrer Band Abschied nahm: "Mein zukünftiger Exehemann und ich vor einer Masse tanzender, durchnässter Brasilianer. Ich habe mich noch nie im Leben so einsam gefühlt." Mit oftmals erfreulich zornigem Blick zurück erzählt Gordon in der Folge, wie sie sich als Frau in einer von Männern bestimmten Branche durchsetzen konnte. SF

Als Gründungsmitglied von Joy Division und Sänger der Nachfolgeband New Order steht Bernard Sumner seit Jahrzehnten im Rampenlicht. Was an sich nicht die Sache des eher maulfaulen Musikers aus Manchester ist. Der wirkliche Star von New Order war bis zu seinem Ausstieg ja auch Bassist und Spaßmacher Peter Hook. Der hat schon ein vergnügliches, gnadenlos subjektives Buch über seine Sicht der Dinge vorgelegt ("Unknown Pleasures. Die Joy-Division-Story").

Sumners Werk ist persönlicher, weniger auf Entertainment aus. Bevor es musikalisch wird, schreibt er lange über das schwierige Verhältnis zu seiner Mutter und die Schulzeit. Mit dem Erfolg nahm der einstige Außenseiter nur zu gern einen hedonistischen Lebensstil auf. Bis er 1989 nicht mehr konnte: "Ich fing so gegen zwei Uhr früh an, mich zu übergeben, und übergab mich noch um vier Uhr am Nachmittag. Die Dinge hätten durchaus besser für mich laufen können." SF


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